transmediale startet mit neuen Förderungszusagen in die diesjährige Ausgabe
Eröffnung der transmediale am 3. Februar 2016
Förderungen von der Kulturstiftung des Bundes, LOTTO-Stiftung und digiS
Berlin, 25. Januar 2016
Am 3. Februar 2016 um 19 Uhr öffnet die transmediale/conversationpiece ihre Türen im Haus der Kulturen der Welt. Die Eröffnung zeigt das gesamte Spektrum des Conversation Piece-Programms mit interaktiven Talk Shows, Installationen und Performances.
Ein Jahr vor ihrem 30jährigen Jubiläum hat die transmediale Förderungszusagen von der Kulturstiftung des Bundes, der LOTTO-Stiftung und der Servicestelle Digitalisierung digiS bekommen. Mehr Informationen hier.
Eröffnung der transmediale/conversationpiece
Am 3. Februar 2016 wird ab 19 Uhr die Multimedia-Premiere von Steve Rowells Parallelograms im Auditorium des Haus der Kulturen der Welt installiert, ein experimenteller Dokumentarfilm und Kartografie-Projekt mit dem Ziel, architektonische Typologien der amerikanischen Politik und Industrie abzubilden. Der Film befragt die Landschaft „dunklen Geldes” und des Einflusses in Washington D.C. Um 21 Uhr trifft Steve Rowell während eines Talks auf Brian Holmes.
In der experimentellen Talkshow Superschool: Conversation Starter mit Inke Arns, Ed D'Souza, Teresa Dillon, Oliver Lerone Schultz, Fredrik Svensk, Ben Vickers, und Theresa Züger, moderiert von Superschool wird das eindimensionale Format des Vortrags live von einer Gruppe fieser User gestört, die ihre Fragen wechselnd an ein obskures Forum oder an die kollektive Intelligenz des Publikums richten. Bei dieser Live-Simulation von Internetkultur werden die Qualitäten, Banalitäten und Defizite verschiedener Wissenssysteme untersucht und die Themenstränge der transmediale/conversationpiece miteinander verknüpft.
Die Performance before all hell broke loose von Vilunki 3000 / DJ Candle In The Wind, Tomi Leppänen und Stiletti-Ana bringt Underground-Pionier_innen der finnischen elektronischen Musikszene zu einer einzigartigen musikalischen Konversation zusammen. Jede_r der Künstler_innen spielt ein 15-minütiges Solo, auf die wiederum 15-minütige Duette folgen, in denen sich die Musiker_innen gegenseitig auf ihre Stile und Praktiken beziehen. Kuratiert wird before all hell broke loose von Teresa Dillon.
In Form des Market of Immaterial Value erkunden die transmediale Vilém Flusser-Residents Valentina Karga und Pieterjan Grandry die Schaffung, Validierung und Verbreitung von Kunst in der immateriellen Ökonomie. Welche Rolle nehmen Künstler_innen in einer finanzialisierten (Kunst-)Welt ein? Während der Eröffnung richten Karga und Grandry einen Markt ein, über den sich das Publikum aktiv an der Wertschöpfung durch Kunst beteiligen kann. Während der transmediale wird man die Möglichkeit haben, Anteilseigner zu werden und auf die Zukunft dieses Kunstwerks im Kollektivbesitz zu spekulieren.
Während des Eröffnungsabends schüttelt François-Joseph Lapointe für seine Performance 1000 Handshakes den transmediale-Besucher_innen die Hände, um so allmählich die unsichtbare mikrobielle Gemeinschaft in seiner Handfläche zu verändern. Assistent_innen entnehmen ihm in regelmäßigen Abständen Hautproben. Die DNA seines Mikrobioms wird anschließend analysiert, um zu enthüllen, wie wir uns durch den Kontakt mit anderen verändern. Auf Grundlage der während der Performance erhobenen Daten werden dann Microbiome Selfies, metagenome Selbsporträts, erstellt und ab dem 26. Februar in der von Regine Rapp und Christian de Lutz kuratierten Ausstellung The Other Selves: On the Phenomenon of the Microbiome im Art Laboratory Berlin gezeigt.
Liam Youngs Hello, City! A Live Cinema Performance of Where the City Can’t See ist eine audiovisuelle Expedition in eine irgendwo zwischen dem Gegenwärtigen und dem Vorhergesagten, dem Realen und dem Fantasierten angesiedelte Stadt, die aus Fragmenten realer Landschaften und generierter urbaner Fiktionen zusammengesetzt ist. Der Film spielt in der chinesisch kontrollierten Detroit Economic Zone (DEZ) und wurde mit Laserscannern aufgenommen. Er präsentiert diese Stadt der nahen Zukunft durch die Augen der Roboter, die sie managen. Hello, City! ist eine Live-Performance von Where the City Can’t See, dem ersten ausschließlich aus Daten gemachten Spielfilm der Welt (Regie: Liam Young, Drehbuch: Tim Maughan). Entstanden im Auftrag der Chicago Architecture Biennal und neu aufgelegt für transmediale/conversationpiece.
Ebenfalls zu sehen sein wird Femke Herregravens Installation Precarious Marathon, in dem vier neu gestaltete Chatbots als Gäste einer Panel-Diskussion auftreten. Sie schlüpfen in die Rollen eines Moderators, eines Hochfrequenz-Händlers, eines schlaflosen Künstlers und eines Kunstkritikers, um Zusammenhänge zwischen Kunst, Börsenhandel und Spiel zu erkunden.
Die kartographische Installation Atlas zum MedienDenken und MedienHandeln in Berlin von der UdK Berlin, Fakultät Gestaltung – Institut für zeitbasierte Medien unter der Leitung von Prof. Dr. Siegfried Zielinski erkundet das weite Feld medialen Denkens und Handelns in Berlin. Schwerpunkt sind medientheoretische Diskurse und künstlerische Praxen aus den späten 1940er und bis zu den 2000er Jahren. Der größtenteils auf einer Wandkarte dargestellte Atlas bietet eine realistische Repräsentation einiger der wichtigsten Orte aus der Geschichte dieser Felder in Form von Videos, Soundtracks, Found Footage, Ausschnitte aus Interviews, gedrucktem Material aus Archiven untersuchter Orte und viele andere Medien.
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Förderung-Neuigkeiten
Die Kulturstiftung des Bundes hat die Förderung der transmediale als kulturellen Leuchtturm verlängert: Bis 2022 erhält die transmediale für weitere fünf Jahre Planungssicherheit jeweils 450.000€.
2017 wird die transmediale 30. Aufgrund des Jubiläums sind die transmediale 2016 und 2017 konzeptuell miteinander verbunden. Conversation Piece fordert Veranstalter_innen wie Teilnehmer_innen dazu auf, die zukünftige Form kultureller Festivals zu reflektieren. Die nächste Ausgabe soll ein kursorisches Verzeichnis der Hauptthemen zeitgenössischer digitaler Kultur und der besonderen Rolle der transmediale in diesem Kontext bilden. Weiterentwickelt werden diese Themen bei der Jubiläumsausgabe des Festivals, die auch eine von Inke Arns kuratierte Ausstellung präsentieren wird.
Die LOTTO-Stiftung Berlin unter dem Vorsitz des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller hat entschieden, der transmediale e.V. für die Ausstellung der Jubiläumsausgabe mit Fokus auf der Entwicklung von Medienkunst und Digitaler Kultur 219.000€ zur Verfügung zu stellen.
Von der Kulturverwaltung des Berliner Senats wurde die transmediale als eines von 14 Digitalisierungsprojekten für das Förderprogramm Digitalisierung der Servicestelle Digitalisierung digiS ausgewählt, das spartenübegreifend die Digitalisierung von Objekten aus verschiedenen Kulturerbeeinrichtungen in Berlin unterstützt. Insgesamt stehen für alle Förderprojekte 400.000€ zur Verfügung; die transmediale wird mit ihrem Anteil eine kontextualisierte Präsentation aller transmediale-Publikationen und eine kuratierte Auswahl der Konferenz- und Veranstaltungsdokumentation zugänglich machen.
Die transmediale ist ein Projekt der Kulturprojekte Berlin GmbH in Zusammenarbeit mit dem Haus der Kulturen der Welt. Die Kulturstiftung des Bundes fördert die transmediale als kulturelle Spitzeneinrichtung.
Image Credits: Artwork by The Laboratory of Manuel Bürger feat. Krazy Kat by George Herriman
Tabea Hamperl
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