VIREALE ENVIROMENTS - Verschränkung der realen und der virtuellen Welt

VIREALE ENVIROMENTS - Verschränkung der realen und der virtuellen Welt

Date: 
15.02.1998 12:00
Edition: 
1998
Format: 
Panel
Location: 
Podewil

'Virealität" ist ein neues medien­ theoretisches Konzept, das der„Verdop- pelung" der Welten die Idee der Ver­ schränkung der realen m it den virtuellen Zuständen und Umwelten entgegen­ stellt und so einen Weg zu real-virtuellen Identitäten aufzeigt. Das Konzept verei­ nigt kunsttheoretische Aspekte der Neuen Medien Kunst,formuliert in der Dreieinigkeit„Virtualität, Variabilität und Viabilität", mit den wissenschaftstheore­ tischen Grundlagen der modernen Na­ turwissenschaften. Die Wissenschaften bzw. die Grundlagenforschung sind die heimlichen Motoren der Entwicklung der Neuen Medien. Schließlich gehen die theoretischen und konzeptionellen Grund­ lagen der Neuen Medien auf den An­ spruch der Naturwissenschaften zurück, vermittels idealer, in mathematische Sprache transformierter Modelle der natürlichen Umwelt, durch Simulation Erkenntnisse über die inneren Zusam­ menhänge der realen Welt zu gewinnen. Komplexe, nicht-lineare Systeme sind ohne den Einsatz von Computern und ihrer Visualisierungsmöglichkeiten über­ haupt nicht mehr analytisch zugänglich. Die ausgewählten Beiträge beleuchten
einige Aspekte des globalen Themas. Das Post-Produktions-Unternehmen DAS WERK ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie eine Produktionsumgebung in der digitale Endprodukte, überwiegend Werbefilme, hergestellt werden auf die geänderten Bedürfnisse des Produktions­ prozesses unter anderem durch architek­tonische Gestaltung der realen Räum­ lichkeiten reagiert.
Die virtuelle Ausstellung „World of VRML“ findet in einem im Internet simulierten Modell der realen Räumlichkeiten des INM in Frankfurt statt und entführt den Besucher im digitalen Ausstellungsraum zum Mars, In simulierte Städte, in das Inne­ re des Menschen oder in eine Kunstaus­ stellung. „Phase(X) & territorium" und andere Projekte des CAAD Lab der ETH Zürich sind wundervolle Beispiele dafür, wie Architekten, deren Kerngeschäft traditio- nell„gebaute Räume" sind, sich m it den neuartigen Möglichkeiten der digitalen Netzwelten auseinandersetzen. 12.00 UHR_______________________ ►ÜBERBLICK:
Die Idee real-virtueller Environments und virealer Identitäten
Dr. Michael Klein, INM-Institut für Neue Medien, Frankfurt/Main
Die Philosophie spricht neuerdings von der Verdoppelung der Welten. Das Kon­ zept der Virealität stellt diesem Ansatz die Idee der real-virtuellen Einheit der Umwelten und Identitäten entgegen und postuliert die Verschränkung der Virtualität und der Realität zur Virealität. 13.00 UHR_______________________ ►ANWENDUNG:
DAS WERK Post-Produktion
Christian Leonhardt, DAS WERK, Frankfurt/Main
Die international arbeitende Post-Pro­ duktionsfirma DAS WERK hat sich für seine Arbeit in der Werbe- und Filmbran­ che bewußt eine kreative Umgebung geschaffen.„Auch Top Technik ist ohne kreativen Input und kreatives Umfeld nichts weiter als ein kostspieliges Ver­ gnügen" (Christian Leonhardt). In allen drei WERKen, Frankfurt, München und Hamburg hat die Künstlergruppe Fritz deutschlanD aus Frankfurt einen Studio- und Arbeitskomplex geschaffen, dessen Raumlandschaft wirkungsvoll phantasti­ sche Welten in den realen Raum über­ trägt. Architektur und High-Tech-Equip- ment schaffen so eine außergewöhn­ liche und anregende Atmosphäre. 14.15 UHR_______________________ ►ANWENDUNG: World of VRML Nicolas Reichelt,
inm-numerical magic gmbh, Leipzig
Mit einer virtuellen Ausstellung im Inter­ net werden die aktuellsten Entwicklun­ gen und Beispiele dreidimensionaler Internet Anwendungen mit VRML prä­ sentiert. Die Internetausstellung führt durch die Räume des INM-Hangars und zeigt Anwendungsbeispiele und Kunst­ projekte. „Der Besucher bewegt sich mit Hilfe einer leicht bedienbaren Navigations­ leiste durch den Hangar des Instituts.
Er kann Türen öffnen und die„ausge$tell- ten" 3-D-Welten entdecken,sich In
ihnen bewegen, mit ihnen interagieren. Virtuelle Räume sind Gateways In neue Welten." (Nicolas Reichelt)
Die Ausstellung ist seitdem 16.11.1997 rund um die Uhr und rund um die Welt zu besichtigen. 15.00 UHR
►KUNST UND ARCHITEKTUR: Phase(X) &territorium
Patrick Sibenaler, CAAD-Lab, ETH-Zürich
Phase(X) ist eine neue Lehr- und Lern­ umgebung, in der die Prinzipien des Computer Aided Architectural Design sowie die zukünftige architektonische Arbeitsumgebung vorgestellt werden. In Phase(X) müssen sich alle Teilnehmen­ den mit den Gedanken und Lösungen aller anderen auseinandersetzen. Dadurch, daß sie am Anfang einer neuen Phase ein Modell aus einer Galerie (Com­ puter Datenbank) auswählen, sehen sie alle Lösungen, die die Mitstudierenden entworfen haben. Anstatt nur ihre Lö­ sung zu überprüfen, lernen sie einen großen Lösungsraum der Ihnen vertrau­ ten Problematik kennen. Die Ergebnisse haben bereits international große Beachtung gefunden.

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