transmediale/resource

What is the best way to assemble meaning out of the mass of information available today? How can data be converted reliably into something like truth, when simply identifying misinformation can seem a Herculean task? Truth has come to mean different things according to different beliefs and agendas—for some, truth is what is most readily available on the surface, while for others, truth lies deep beneath all the numbers and opinions and must be laboriously unearthed. In this essay, Faisal Devji calls this condition “the simultaneous desire for and disenchantment with a life on the surface.” Devji argues that if the surface could be converted from the supposed site of visibility into “an arena for play and illusion,” new and more powerful kinds of meaning might be produced. Esotericism and skepticism, he says, could reinstate mystery in meaning, rather than the fetishization of either visibility or revelation.

 

Nach dem Ende der siebten Ausgabe des Vorspiels möchten wir allen Teilnehmer_innen für ihre Mitwirkung und ihr Engagement danken.

The research/PhD workshop RESEARCH VALUES contributed to the transmediale festival program of 2018, which took place under the title of face value, which aimed to take stock of current affairs, to recognize things for what they are before saying how they could be different.

Wie können wir aus der Masse an heute verfügbaren Informationen noch Bedeutung zusammensetzen? Wie können Daten verlässlich in so etwas wie Wahrheit umgesetzt werden, wenn es schon als Herkulesarbeit erscheint, Fehlinformationen zu erkennen? Je nach Überzeugung und Agenda bedeutet Wahrheit mittlerweile ganz Unterschiedliches – für einige ist sie das, was an der Oberfläche bereitliegt, während sie für andere tief unter Zahlen und Meinungen begraben scheint und mühsam hervorgeholt werden muss. In seinem Essay beschreibt Faisal Devji diesen Umstand als „Begehren und zugleich Ernüchterung in Bezug auf das Leben an der Oberfläche“. Devji argumentiert, dass neue und stärkere Arten von Bedeutung produziert werden könnten, wenn die Oberfläche von einem vermeintlichen Ort der Sichtbarkeit in „ein Feld des Spiels und der Illusion“ umgewandelt würde. Durch Esoterik und Skepsis, so schreibt er, könnte das Mysterium der Bedeutung wiederhergestellt werden – anstelle der Fetischisierung von entweder Sichtbarkeit oder Enthüllung.

Eine rachsüchtige künstliche Intelligenz – Rokos Basilisk, eine in Online-Foren heraufbeschworene Figur – bildet den Einstieg in Ana Teixeira Pintos Analyse eines psychologischen Zustands, der durch Online-Interaktionen begünstigt wird und zu scheinbar widersprüchlichen Haltungen geführt hat: völlig paranoid und zugleich vollkommen distanziert. Gefühle der Entmündigung, gekoppelt an die empfundene Allmacht, die das Internet zu verleihen scheint, haben in apokalyptischen Fantasien eine symbolische Form gefunden. Diese Verblendungen sind von quasi magischer und hyperstitioneller Beschaffenheit und zu einer Ideologie verschmolzen, die ebenso religiös wie logisch erscheint, trotz des Beharrens ihrer Anhängerschaft auf dem Primat der deduktiven Vernunft. Mit einer Reihe von Double Binds konfrontiert, werden einige Bevölkerungsteile schließlich in Reaktion auf ihre eigene Machtlosigkeit „Gewalt und Soziopathie“ befürworten, trotz des Versprechens der ungebundenen individuellen Macht im Informationszeitalter.

 

Beginning with the figure of Roko’s Basilisk, a hypothetical vengeful future AI that emerged in online forums, Ana Teixeira Pinto launches her analysis of the psychological state engendered by online interaction that has led to a seemingly paradoxical set of views: totally paranoid yet ironically detached. Feelings of disenfranchisement coupled with the seeming omnipotence afforded by the internet, she suggests, have found symbolic form in apocalyptic fantasies. These delusions of quasi-magical and hyperstitious nature have coalesced into an ideology that is as religious as it is logical, despite its proponents’ insistence on the primacy of deductive reason. Faced with a series of double binds, she says, certain demographics will end up promoting “violence and sociopathy” in response to their own powerlessness, despite the information age’s promise of unbounded individual power. 

 

Jetzt den Fragebogen ausfüllen – für eine noch bessere transmediale 2019

Audioaufnahmen der Festivalveranstaltungen sind ab sofort im transmediale-Archiv zu finden.

Audio recordings of most transmediale 2018 events can now be found in the archive.

Performative Video-Diskussionsreihe & Symposium an der Humboldt-Universität zu Berlin am 12. Februar

Seiten

Subscribe to RSS - transmediale/resource